Beziehungskommunikationsstile: Was Ihnen gehört und wie Sie ihn ändern können
Die Art und Weise, wie Sie in Beziehungen kommunizieren – nicht nur das, was Sie sagen, sondern auch wie Sie Bedürfnisse ausdrücken, mit Konflikten umgehen und auf Schwierigkeiten reagieren – ist einer der folgenreichsten Aspekte Ihres Beziehungslebens. Die meisten Menschen haben ihren Kommunikationsstil nie explizit untersucht, was bedeutet, dass sie früh erlernte Muster wiederholen, ohne sich bewusst Bewusstsein darüber zu machen, was diese Muster sie kosten.
Die gute Nachricht ist, dass Kommunikationsstile keine Persönlichkeitsmerkmale sind – es sind erlernte Muster, was bedeutet, dass sie verlernt und ersetzt werden können. Aber diese Arbeit beginnt damit, ehrlich darüber zu sein, was Sie tatsächlich tun, und nicht darüber, was Sie zu tun glauben oder zu tun wünschen.
Die vier Kommunikationsstile
Passiv
Passive Kommunikatoren geben den Bedürfnissen und Vorlieben anderer konsequent Vorrang vor ihren eigenen, vermeiden es, Meinungen oder Bedürfnisse direkt zu äußern, stimmen Dingen zu, mit denen sie nicht einverstanden sind, und hoffen, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden, ohne sie artikulieren zu müssen. Der Preis: Unmut häuft sich, Bedürfnisse bleiben unerfüllt und die Beziehung wird mehr von den Vorlieben der anderen Person als von echten Verhandlungen zwischen zwei Menschen geprägt.
Gebräuchliche Ausdrücke: „Was auch immer du willst, ist in Ordnung“, „Es ist mir egal“, Schmerz oder Enttäuschung erst ausdrücken, wenn es zu viel wird, um es zu beherrschen. Der passive Kommunikator erlebt oft ein langes Schweigen, gefolgt von einem plötzlichen Ausbruch – nicht weil es ihm die ganze Zeit gut ging, sondern weil er das, was er brauchte, unterdrückt hat, bis es nicht mehr unterdrückbar wurde.
Passive Kommunikation wird von beiden Seiten oft als locker oder wartungsarm missverstanden. Es ist weder das eine noch das andere. Es handelt sich um einen aufgeschobenen Konflikt, der oft lautstark und im falschen Moment an die Oberfläche kommt, wenn die Unterdrückung schließlich fehlschlägt.
Aggressiv
Aggressive Kommunikatoren drücken ihre Bedürfnisse und Meinungen auf eine Weise aus, die die der anderen Person nicht respektiert – sie unterbrechen, kritisieren, fordern, nutzen Lautstärke oder Einschüchterung, um zu gewinnen. Bedürfnisse werden geäußert, allerdings auf Kosten des Sicherheits- und Respektgefühls der anderen Person. Die Beziehung funktioniert oft zu den Bedingungen der aggressiven Person, aber zu einem Preis, den beide Menschen zahlen.
Gebräuchliche Ausdrücke: „Das machst du immer“, „Das ist lächerlich“ und die Perspektive der anderen Person abschneiden, bevor sie vollständig zum Ausdruck kommt. Aggressive Kommunikation führt häufig kurzfristig zu Ergebnissen, weshalb sie bestehen bleibt – sie wird durch ihre eigene Wirksamkeit verstärkt. Die längerfristigen Kosten in Form von Vertrauensschwund und angesammelter Distanz treten in der Regel langsam und dann auf einmal ein.
Passiv-Aggressiv
Passiv-aggressive Kommunikatoren drücken Feindseligkeit oder Widerstand indirekt aus – durch Sarkasmus, subtile Behinderung, Schmollen oder die Art von Compliance, die zum Scheitern verurteilt ist. Es ist der Stil, der sich entwickelt, wenn sich der direkte Ausdruck gefährlich anfühlt, das Gefühl aber nicht vollständig unterdrückt werden kann. Die Wut kommt seitwärts, mit eingebauter Leugnung.
Gebräuchliche Ausdrücke: „Gut, ich mache es“ (mit Betonung, die das Gegenteil signalisiert), hinterhältige Komplimente, selektives Vergessen von Dingen, „Mir geht es gut“ in einem Tonfall sagen, der eindeutig das Gegenteil bedeutet. Passiv-aggressive Kommunikation ist in einer Beziehung der Stil, der am schwierigsten anzusprechen ist, da sie fast nie zur Kenntnis genommen wird. Wenn man damit konfrontiert wird, bestreitet der passiv-aggressive Kommunikator normalerweise, dass überhaupt etwas kommuniziert wurde. Dies führt dazu, dass der Partner unter Druck steht, und führt zu tiefster Frustration in Beziehungen. Zu verstehen, wie passiv-aggressives Verhalten tatsächlich aussieht, ist der erste Schritt, um es klar zu benennen.
Durchsetzungsfähig
Durchsetzungsfähige Kommunikation drückt Bedürfnisse, Gefühle und Meinungen klar und direkt aus und respektiert gleichzeitig das Recht der anderen Person, andere Meinungen zu haben. Es ist eher spezifisch als global, eher gegenwartsorientiert als historisch und zielt eher auf gegenseitiges Verständnis als auf Gewinn ab. Dies ist der Stil, der es ermöglicht, dass Konflikte produktiv sind und Beziehungen wachsen.
Häufige Ausdrücke: „Ich fühlte mich übersehen, als X passierte – können wir darüber reden?“ „Ich brauche am Wochenende mehr Zeit für mich selbst – können wir herausfinden, wie wir das für uns beide schaffen können?“ Durchsetzungsfähige Kommunikation ist nicht die Abwesenheit von Emotionen – sie ist der verantwortungsvolle Ausdruck von Emotionen. Sie können durchsetzungsfähig und verärgert sein. Der Unterschied besteht darin, dass die Aufregung benannt und gelenkt wird und nicht ausbricht oder unterdrückt wird.
Warum wir die Stile entwickeln, die wir machen
Kommunikationsstile werden vor allem im frühen Leben erlernt. Kinder in Umgebungen, in denen die direkte Äußerung von Bedürfnissen bestraft wurde, lernen passive oder passiv-aggressive Stile. Kinder in Umgebungen, in denen Aggression die primäre Art war, zu bekommen